In schöner Regelmäßigkeit macht die Mär vom Auto die Runde, das mit Wasser fährt. So haben die führenden Boulevard-Blätter dieser Nation unter Berufung auf seriöse Nachrichten-Agenturen gerade wieder eine entsprechende Meldung verbreitet (so etwa die Bild-Zeitung in diesem Artikel). Was ist daran dran?
Seit etlichen Jahren wird im Web die “urban legend” kolportiert, nach der es Wissenschaftlern gelungen sei, ein Auto zu bauen, das mit Wasser fährt. Beispiel hierzu findet der interessierte Surfer etwa bei www.wasserauto.de, auf der Seite Spirit_of_Maat oder aber neu bei der Firma Genepax.
Nun kann zwar jeder Realschüler (pardon: Schüler einer Gemeinschaftsschule) ausrechnen, wie viel (chemische) Energie in einem Liter Wasser steckt. Jeder Chemiker kann erzählen, was es mit der Energiebilanz bei endergonen und exergonen Reaktionen auf sich hat. Nur: es gibt seit Jahrhunderten immer wieder Versuche, ein perpetuum-mobile zu konstruieren. Nichts und niemand hat die jeweiligen “Erfinder” davon abbringen können. Menschen klammern sich an Illusionen, weil diese viel schöner klingen als die Wirklichkeit. Welch eine Story wäre es ja auch, wenn man mit Hilfe des heimischen Wasserwerks den Scheichs die lange Nase zeigen könnte.
Auch jetzt werden Ingenieure, Physiker und Chemiker diese Geschichte nicht als das entlarven können, was sie ist: nämlich ganz einfach und eindeutig ein Märchen. In Zeiten, in denen der Benzinpreis nur die Richtung nach oben kennt, wollen Menschen lieber Geschichten hören als mit der unangenehmen Wahrheit konfrontiert zu werden, das eigene Verhalten ändern zu müssen.
Vielleicht aber kann ich mich ja auch mit meinem Gartenteich als kleiner Scheich fühlen. Dann würde ich nicht mehr im Wasser sondern im Geld schwimmen. Wer weiss …
Wieviel Wasser füllen Sie künftig in Ihren Tank?


Sancha
Am 30. Juli 2008 um 12:11 Uhr
sehr geehrter Herr Dr. Brandt. Ich finde es schade, dass Sie sich offensichtlich, eingereiht in die Gemeinde der “Noch Schulwissenschaftler” nicht die Mühe gemacht haben etwas zu recherchieren.
Vielleicht haben Sie es ja doch, und Ihr Artikel ist einfach nur eine “verordnete” Aktion. Ich selbst besitze ein Gerät, welches mit sehr wenig Energieaufwand Wasser zu Plasma verwandelt und dessen Flamme Stein und alle anderen nicht brennbaren Materialien zum schmelzen bringt. Ein Auto das mit Wasser fährt ist kein Perpetuum Mobile sondern Realität. Stanley Meyer, Daniel Dingel, Paul Pantone etc. etc. haben es schon längst gezeigt. Und weltweit werden es jeden Tag mehr. Geld werden Sie mit Ihrem Fischteich nicht machen, sollten Sie es dennoch versuchen wollen, dann lesen Sie was denen widerfuhr die es vor Ihnen getan haben.
Mfg L. A. Sancha
Dr. Thomas Brandt
Am 13. August 2008 um 20:27 Uhr
Sehr geeehrter Herr/Frau Sancha,
herzlichen Dank für Ihren -zugegebenermaßen kritischen – Kommentar. Als Physiker bin ich nun einmal geprägt von fünf Jahrhunderten exakter Naturwissenschaften. Ich weiß aber auch, dass dieses Thema von einer großen Community verfochten wird.
Mein ernstgemeinter Hinweis zu Ihrem Gerät: wenn es funktioniert, haben Sie eine tolle Geschäftsidee. Jeder Tunnelbauer würde sich z. B. darum reißen.
Tele-Michel
Am 4. Oktober 2008 um 13:29 Uhr
Ein Patent zu diesem Thema wurde vor etwa 20 Jahren in Pinneberg angemeldet mit dem auf dieser Technik basierenden Fahrzeug wurde ohne Hindernisse eine Nordlandfahrt bis zu Nordkap unternommen kurze Zeit später verschwand Erfinder samt Fahrzeug in der Versenkung allerdings braucht er sich auch heute keine sorgen um den Spritpreis zu machen, tja immer lockt die Marie
Ronald
Am 8. Juli 2009 um 12:52 Uhr
Fahrzeuge mit Wasser anzutreiben ist ja nun keine Neuigkeit mehr…
Leider wird es immer wieder von Theoretikern und Nörglern die sich nie mit der Technik in der Praxis beschäftigen als nicht möglich hingestellt.
Die Praktiker freuen sich lieber über die Benzinersparnis.
Beispiel: Mein BMW 323Ci benötigt nach dem Umbau noch ca. 4L/100km.
Alle Infos dazu gibts auf wasserauto24.de
noch Fragen?
Vielleicht will der Herr Dr. Brandt mal mitfahren?