Wie jede andere Methode besitzt auch Collaborative Engineering Vor- und Nachteile, die sich positiv und negativ auswirken. Fluch und Segen liegen auch hier nahe beieinander.
Nutznießer sind zunächst in jedem Fall die Zulieferer in der Automobil- und Aerospace-Industrie. Ihr Einfluss, ihre Marktanteile, ihre Innovationsfähigkeit werden gestärkt, zumeist auf Kosten interner Entwicklungsabteilungen der OEMs. Das Ganze ist jedoch hochdynamisch. Wer gerade heute noch einen großen Entwicklungsanteil in einem Entwicklungsprojekt gewonen hat, kann morgen schon wieder durch Konkurrenten abgelöst werden. Dies hat nichts mit Globalierungsfolgen zu tun. Entwicklungsdaten ist es egal, ob sie zwischen Hamburg und Shanghai oder zwischen Stuttgart und Leonberg ausgetauscht werden.
Die ICT-Methoden des Collaborative Engineering machen es erstmalig möglich, dass strukturschwache Gegenden Vorteile haben. Hier sind Arbeits- und Nebenkosten geringer, die Möglichkeiten des Collaborative Engineerings aber die gleichen wie in der unmittelbaren Umgebung der großen OEMs.
Collaborative Engineering ist ein Trendthema – auch für Berater. Wie alle diese Themen unterliegt dieses damit aber auch dem typischen Zyklus dieser Themen: auf einzelne Projekte folgt ein immenses Wachstum, gefolgt von einer mehr oder weniger langen stabilen Nachfragephase („Plateau“). Schließlich wird aber auch hier die Nachfrage nach Beratungsleistungen im Umfeld des Collaborative Engineerings zusammenbrechen. Das Thema ist dann für Beratung uninteressant geworden weil Alltag.
So weit ist es jedoch noch nicht. Collaborative Engineering stellt derzeit sowohl für Unternehmen als auch für Berater ein wichtiges Innovationsfeld dar, dessen Chancen und Möglichkeiten sich erst noch entwickeln. Mit zunehmender Bandbreite bei Internetverbindungen auch im Privatbereich (DSL oder gar VDSL) tritt sogar noch eine neue Möglichkeit in den Vordergrund: Telearbeitsplätze für hoch qualifizierte Mitarbeiter. Arbeit wird flexibler und mobiler gestaltet. Die subjektiv empfundene Arbeitsqualität steigt. Und das steigert den Wert des Arbeitsstandorts Deutschland. So wird ein “Fluch” zum Segen.












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15. Mai 2008 12:55
[...] Über Collaborative Engineering in der Automobilindustrie habe ich ja schon einmal geschrieben (http://automotiveblog.t-systems.de/2008/01/21/collaborative-engineering-fluch-und-segen/). Das Thema lohnt aber, auch noch aus anderen Perspektiven betrachtet zu werden. Neben dem Prozess- und dem Organisationsaspekt sind es vor allem die Daten in der Produktentwicklung, auf die es ankommt. Komplexe Produkte wie Autos mit all ihren Systemen werden schon langem nicht mehr über eine Ansammlung einzelner Dokumente beschrieben. Moderne Produktdaten-Management-Systeme (PDM) sind in der Lage, unterschiedliche Informationsarten zu jedem einzelnen Bauteil zu speichern und bereitzustellen. Verwalten PDM-Systeme nicht “nur” Konstruktionsdaten sondern Informationen entlang der Lebendauer der Teile, spricht man von Produkt-Lebenszyklus-Systemen (PLM). [...]