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Gibt’s nicht – gibt’s nicht.

Automotive Blog / 7. März 2007

Kann es sein, dass ein Teil durch eine straff geplante Produktion 42 Tage benötigt, obwohl es nur ca. 120 Minuten bearbeitet wird? Normalerweise sind doch nach Auftragseingang die Teile in weinigen Stunden produziert und ausgeliefert. Also ist es unmöglich, dass es solch unnatürliche Langläufer gibt. Geräte die 20 Mal ein und dem gleichen Arbeitsgang unterzogen werden gibt es natürlich auch nicht.

Warum muss man denn immer auf’s Neue beweisen, dass es Dinge gibt, die es „eigentlich“ gar nicht doch gibt. Mit einer Traceing Lösung ist das nämlich ganz einfach: man nimmt von allen Seriennummern den letzten Buchungsstempel und subtrahiert den ersten Buchungsstempel. Schon hat man die Durchlaufzeit – und man glaubt gar nicht, was da für Zeiten herauskommen. Für das andere Problem (x-Mal das gleiche gemacht und immer noch nicht in Ordnung) ist die Analyse sogar noch einfacher: Man schaut sich einfach einmal die Historie von einigen Teilen an, da wird man schon häufig überrascht.

Aber selbst wenn man nachweisen kann, dass das Teil wirklich 42 Tage 40 Minuten und 7 Sekunden durch die Produktion gebraucht hat, warum glaubt das keiner? Sonderfälle, Ausnahmen heißt es immer wieder. Ich glaube nicht an solche Zufälle – nicht bei einer Häufung von 38 auf 10.000. Immerhin landen diese Teile als Gut-Teile in der Auslieferungskiste. Wie groß ist denn die Entdeckungsrate? Egal – Stückzahl über alles, sollte ein Ausfall dennoch (ist ja praktisch ausgeschlossen) vorkommen, kann man ja immer noch argumentativ eingreifen. Sonderfall eben.

Qualitäter nehmen solche Teile gar nicht erst unter die Lupe – es sind ja Gut Teile – naja Ausnahmen eben. Mich erinnert das an einen Spruch meiner Oma: „Drei mal abgeschnitten – und noch immer zu kurz.“ Und außerdem waren bestimmt die ersten 19 der 20 Endtests bestimmt schlecht.

Naja, ich hoffe dass hier irgendwann einmal ein Umdenken stattfinden wird. Vielleicht wäre eine regelbasierte Prüfung des Teils, bevor es verpackt wird, eine Lösung. Ich bin nämlich der Meinung, dass ein Teil erst dann gut ist, wenn es einen tadellosen Entstehungsnachweis besitzt. Ein Gut in der Endprüfung als einziges Kriterium finde ich zu schwach. Was meinen Sie zu diesem Vorschlag: Utopie, Quatsch, noch ein Drangsalierungsmittel oder eine echte Chance?

 

Kommentare


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  • Andreas Emmel

    Warum Utopie?
    Sowas gibt es doch schon, man schränkt einfach die Anzahl der Prüfungen in seinem MES ein und Voila, man hat ganz plötzlich auch Mitarbeiter die nach dem zweiten Prüfausfall sich mal den Tester anschauen ob die Nadeln verbogen sind…
    Es gibt übrigens Überlegungen die Anzahl der Prüfungen an einem Tester auf eine zu beschränken und das Teil im Falle einer nötigen Wiederholprüfung zu verschotten…
    Mal schaun ob das durchgehalten wird.

  • Dirk Fuhrmann

    Sie liegen richtig Herr Emmel, es gibt Systeme, welche helfen die Anzahl der Prüfungen zu kontrollieren (z.B. das System der iTAC; http://www.itac.de/ ). Das Problem dabei ist, dass nicht jeder diese Möglichkeiten auch nutzt, bzw. ein MES besitzt, welches einem diese Chancen bietet.

    Was das Thema Wiederholungsprüfungen angeht, so bin ich der Meinung, dass man ruhig eine Wiederholprüfung erlauben sollte. Schließlich ist ja manchmal nicht das Teil schlecht, sondern der Tester (z.B. die Nadeln an einem ICT). Ein Teil zu verschrotten, weil der Tester nicht 100% tig in Ordung war, halte ich folglich für problematisch.

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