Ach, was waren das noch für Zeiten: Wenn der Keilriemen beim R4 riß, dann half der Nylonstrumpf. Wenn aber heute ein Auto stehen bleibt, dann liegt es meist an der Elektronik. Da hat der Bastler keine Chance mehr.
Dafür werden wir aber mit einer Menge Komfort und vor allem mehr Sicherheit entschädigt. ABS, ESP, Parkassistent, usw. sind schon in vielen Fahrzeugen serienmäßig vorhanden. Und wer sie einmal im Fahrzeug hatte, möchte sie nicht mehr missen: Elektrische Fensterheber, Klimaanlage, beheizbare Sitze, … Die elektrischen Fensterheber haben mich schon sehr früh fastziniert. Dagegen halte ich eine Coming-Home-Funktion der Beleuchtung für überflüssig. Was denken Sie?
Ein Erlebnis der besonderen Art war es auch, als ich das erste Mal in einem Phaeton saß und ein Kollege auf den kleinen Knopf am Sitz drückte, der die Massagefunktion in Betrieb setzte. Ein Phaeton hat, je nach Ausstattung bis zu über 60 Steuergeräte an Bord. Allein für die Entriegelung werden 12 Steuergeräte unterschiedlicher Hersteller angesprochen. Der Golf I hatte gerade mal ein Motorsteuergerät. Wie war das beim VW-Käfer? Weiß es jemand? Und zu der Leistungsfähigkeit der Elektronik ist zu sagen: Der Computer einer modernen elektronischen Benzineinspritzung ist so leistungsfähig wie die Computer auf dem ersten Mondflug der Apollo 9 im Jahre 1969 (KFZ-Lexikon der VW-DriverLounge). Auf dem Verkehrsrechtstag 2007 in Goslar wird über ein Alkoholmeßgerät diskutiert, welches den Start verhindert, sollte die Atemprobe des Fahrers nicht im grünen Bereich liegen.
Die eigentlichen Innovationen in der KFZ-Elektronik sind dem Endkunden jedoch oft verborgen. Die Vernetzung, neue BUS-Systeme, “Geheimnisse” in der Software, die verhindern, daß Originalteile durch Kopien ersetzt werden.
In den nächsten Artikeln möchte ich über einige dieser Innovationen berichten und mit Ihnen über deren Nutzen diskutieren.


Dirk Fuhrmann
Am 7. März 2007 um 22:24 Uhr
Eine Coming-Home-Funktion finde ich ebenso überflüssig, und freue mich, dass ich damit nicht alleine bin.
Problematischer hingegen ist, dass es in Zukunft immer schwieriger werden wird, für diese elektronischen Geräte Ersatz zu bekommen. Versuchen Sie beispielsweie bitte einmal für ein 286er Board einen neuen Phoenix BIOS ROM Baustein zu ergattern. Ist erst 13 Jahre alt. Wie wird es denn in Zukunft (10 Jahren) im Automobil mit Ersatzteilen aussehen? Mit einem Nylonstrumpf wird man diese elektronischen Steuergeräte nicht reparieren können.
Andreas Oed
Am 11. Mai 2007 um 02:28 Uhr
Hallo Detlef,
finde Deine Beiträge interessant. Vielleicht erinnerst Du Dich, war ja bis ende letzten Jahres auch bei gedas. Bzgl. der Problematik steigender Komplexität haben wir von Teradata gerade mit der T-Systems einen PoC bei DXC laufen. Vielleicht tauschen wir uns einmal aus?
Gruß
Andreas